Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine meiner liebsten Pflanzen im Kräutergarten und in der freien Natur.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Johanniskraut-Rotöl selbst herstellen kannst und wofür es traditionell verwendet wird.
Johannis-kraut eine kraftvolle Heilpflanze
Vielen von euch wird es bereits bekannt sein.
Schon seit Jahrhunderten wird es für Heilung, Schutz und Stimmungsaufhellung geschätzt.
Kapseln oder Tabletten findet ihr frei verkäuflich in Drogeriemärkten und Apotheken.
Es gibt jedoch auch ein Öl, welches vielfältig einsetzbar ist und in keiner Hausapotheke fehlen sollte, das Rotöl.
Johannis-kraut Rotöl Wirkung
Es wirkt antiseptisch, antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend.
Rotöl bei Haut-Problemen
Du kannst es bei Hautproblemen wie Pickel, Ekzemen, Neurodermitis, Akne , und Schuppenflechte anwenden, es reduziert Entzündungen und beruhigt die Haut, daher ist es auch juckreizhemmend.
Rotöl bei Verletzungen und Schmerzen
Bei Verbrennungen und Wunden kann es direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, es beschleunigt die Wundheilung und unterstützt die Bildung neuer Blutgefäße. Es kann dabei helfen, Narbenbildung zu verhindern, da es eine geordnete Heilung fördert, also frühzeitig auftragen.
Eine Massage mit Rotöl bei Muskelschmerzen ist sehr wohltuend , bei Prellungen und Verspannungen lindert es ebenfalls Schmerzen.
Bei Sonnenbrand kann es ebenso eingesetzt werden, jedoch bitte niemals vor einem Sonnenbad, Johanniskraut kann die Haut empfindlicher machen.
Zur Massage oder bei Sonnenbrand empfiehlt es sich, das Öl mit einer Hautcreme oder Lotion zu mischen, um Hautirritationen zu vermeiden.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder unter einer chronischen Hauterkrankung leidet, sollte vorher mit seinem Arzt sprechen, um Wechselwirkungen zu vermeiden.
Johanniskraut in der Magie
Verwendung für magische Zwecke:
Johanniskraut galt als Schutzkraut gegen Dämonen,
man strich das Öl auf die Haut oder träufelte es über Türen und Fenster , um schlechte Einflüsse wie Geister oder Flüche abzuwehren, auch gegen Alpträume soll es helfen.
Da Johanniskraut zu Litha ( Sommersonnenwende, Mittsommer ) blüht, sah man es als eine Pflanze, die Sonnenenergie speichert.
Somit ist Rotöl ein Lichtspender für deine Seele.
Es fand Verwendung bei Segnungen, Schutz und Sonnenritualen, man verwendete es auch für Schutzkreise.
Auch in Liebesritualen nutzte man es, denn Johanniskraut ist ein Herzkraut.
Rotöl selbst herstellen-Anleitung
Rotöl wird aus den Blüten, Triebspitzen und Pflanzenöl als Trägeröl, z. B. Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Mandelöl hergestellt.
Der rote Farbe im Rotöl kommt hauptsächlich vom sogenannten Hypericin, einem natürlichen Inhaltsstoff des Johanniskrauts.
Hypericin ist farblos in der frischen Pflanze, wird aber aktiv, wenn es mit Öl und Licht (Sonnenlicht oder Wärme) in Kontakt kommt.
Unter Sonneneinwirkung oxidiert das Hypericin langsam und so färbt sich das Öl schön rot.
Weitere Inhaltsstoffe wie Hyperforin, Flavonoide und ätherische Öle bleiben ebenfalls im Öl und tragen zur heilenden Wirkung bei.
Kurz gesagt: Die Sonne „aktiviert“ das Hypericin, dadurch entsteht das schöne, leuchtend rote Öl, das nicht nur hübsch aussieht, sondern auch sanft antiseptisch, entzündungshemmend und stimmungsaufhellend wirken kann.
Das Beste daran ist dass man es sehr einfach selbst herzustellen ist.
Ich gehe im Juli auf die Suche nach Johanniskraut, die Erntezeit ist von Ende Juni bis August.
Optimal für die Herstellung von Rotöl ist meist Ende Juli, da sind die Blüten voll geöffnet.
Es ist wichtig, die Blüten und Triebspitzen zu verwenden , denn Blätter allein sind weniger wirkstoffreich, die rote Farbe im Öl entsteht hauptsächlich durch die Blüten.
Es ist möglich, auch im August noch zu pflücken, jedoch haben die Blüten dann weniger Saft und färben nicht mehr so intensiv rot.
Du findest Johanniskraut:
An Wiesenrändern, auf Lichtungen und an Wegrändern
Auf trockenen, sonnigen Böden
In Feldern, an Böschungen oder Heiden
Beim Pflücken ist folgendes zu beachten:
Es darf nicht überall gepflückt werden !!!
In Naturschutzgebieten oder auf geschützten Flächen darf man Johanniskraut nicht sammeln, andere Pflanzen auch nicht
Manche Kommunen haben zusätzlich eigene Regeln, deswegen besser vorher informieren.
Nehme bitte nur soviel wie du brauchst, pflücke nicht die ganze Pflanze, sondern nur die Blüten und obersten Triebe.
Lasse genügend Pflanzen stehen, damit sich der Bestand erholen kann.
Auch auf privatem Grund darf man nur pflücken, wenn man die Erlaubnis des Eigentümers hat.
Johanniskraut wächst häufig und weit verbreitet , aber wenn man zu viel pflückt, leidet die Natur und die Pflanze kann sich nicht regenerieren, wenn du also eine schöne Stelle gefunden hast sei achtsam und plündere nicht alles .
Hier eine kleine Orientierungshilfe, um die Pflanze zu erkennen.
Die Blätter sind klein, länglich-oval und laufen leicht spitz zu.
Wenn man das Blatt gegen das Licht hält, sieht man winzig kleine Löcher, das ist kein Schmutz, sondern es sind Drüsen. Die Blätter sind dunkelgrün , manchmal glänzen sie etwas.
Die Pflanze hat leuchtend gelbe Blüten, jede Blüte hat fünf Blütenblätter.
Am Rand der Blüten sind kleine schwarze Punkte zu sehen.
Die Stängel von Johanniskraut sind aufrecht und leicht kantig, sie sind auch oft leicht rötlich gefärbt, besonders an der Basis der Blüten.
Die Wuchsform ist strauchartig in einer Höhe von 50 bis 70 cm.
Die Blüten stehen in kleinen Büscheln.
Zerreibe Blätter oder Blüten zwischen den Fingern, der austretende Saft ist rötlich-violett, das ist ein sehr gutes Erkennungsmerkmal.
Hier jetzt die Anleitung das Rotöl herzustellen:
Zutaten und Material
Frische Johanniskrautblüten, hochwertiges Pflanzenöl, ich selber verwende ein Bio- Olivenöl meines Vertrauens.
Ein sauberes, verschließbares Glas, ein gut gereinigtes Marmeladenglas z.B.
Ein Gefäß aus dunklem Glas zum Abfüllen
Ernte der Blüten und Triebspitzen
Pflücke an einem sonnigen, trockenen Tag die frischen Blüten und die obersten Triebspitzen.
Wasche die Blüten nicht, schüttele diese nur leicht aus, damit eventuelle Schmutzteilchen oder Insekten herausfallen.
Fülle die Blüten locker in ein Glas, nicht zu eng stopfen, sonst kommt das Öl nicht überall hin.
Übergieße die Blüten vollständig mit Öl , sodass keine Pflanzenteile mehr aus dem Öl schauen.
Verschließe das Glas nun gut.
Herstellungs-schritte
Stelle das Glas für vier bis sechs Wochen in die Sonne. Wenn du einen Balkon hast, dann stelle es dort an einen geschützten Platz, so mache ich es. Auf der Fensterbank oder im Garten geht es natürlich auch.
Schüttle das Glas alle paar Tage vorsichtig. Du wirst sehen dass sich das Öl langsam rot färbt, das zeigt an dass die Wirkstoffe übergehen,
Nach ein paar Wochen kannst du dann alles durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb abseihen.
Das gewonnene Rotöl füllst du dann in das dunkle Glasgefäß.
Verwahre es kühl und dunkel, so hält es sich ca. ein Jahr , was prima passt, dann kannst du wieder auf die Suche gehen.
Johanniskraut-Rotöl in Praxis und Ritual
Für die Hexenarbeit ist es wichtig, das Öl Ende Juni anzusetzen, weil es da die größte Kraft hat.
Du kannst beim Befüllen einen kleinen Segensspruch sprechen oder ein rotes Tuch unter das Glas legen , um die Sonnenkraft zu verstärken.
Für mich ist das Johanniskraut-Rotöl viel mehr als nur ein pflanzliches Heilmittel. Wenn ich in den Sommermonaten die goldgelben Blüten sammle, spüre ich die Sonnenkraft, die in dieser Pflanze steckt. Beim Ansetzen des Öls habe ich das Gefühl, ein Stück Sommerlicht einzufangen, etwas, das mir auch in dunkleren Zeiten Wärme und Zuversicht schenkt.
Ich verwende es nicht nur zur Pflege und Heilung kleiner Wehwehchen, sondern auch in meiner magischen Praxis: als Schutzöl, als Begleiter in Ritualen und manchmal einfach, um mein Herz zu öffnen. Für mich ist es ein Sinnbild dafür, wie Naturheilkunde und Hexenkunst Hand in Hand gehen, beides schenkt uns die Möglichkeit, uns mit der Natur zu verbinden und ihre Kräfte bewusst in unser Leben zu holen.

