Acht feste im Jahreskreis

Schon lange bevor der Klang von Kirchenglocken über das Land hallte, feierten unsere Ahnen die Übergänge der Jahreszeiten und ehrten die Kräfte der Erde, die sich in jedem Wandel zeigte.
Der ewige Kreislauf von Werden, Wachsen, Vergehen und Neubeginn.
Die uralten Feiern, über die du heute als Jahreskreisfeste hörst, waren heilige Übergänge, Tore zwischen den Welten, in denen sich die Natur, Mensch und Geist berührten.

Der heilige Rhythmus der Natur

Alles im Leben verläuft in Zyklen, Geburt, Blüte, Ernte, Tod und Wiedergeburt. Die Menschen lebten damals im Einklang mit der Natur, sie beobachteten die Sonne und den Mond, achteten auf die Winde, sahen das Keimen und Vergehen der Pflanzen.

Ursprung und Bedeutung der Jahreskreis-feste

So entstanden acht Feste, die den Lauf des Jahres in zwei Hälften gliederten, vier Sonnen- und vier Mondfeste.

 

Die vier Sonnenfeste

Zu den Sonnenfesten zählen, Yule, Ostara, Litha und Mabon, sie folgen dem Lauf der Sonne, den Sonnenwenden und Tagundnachgleichen.

Die vier Mondfeste

Die Mondfeste, Imbolc, Beltane, Lughnasad/Lammas und Samhain, markieren die magischen Übergänge.

Die acht heiligen Feste finden sich noch heute im Christentum wieder, denn man kann den Menschen neue Götter geben, sie aber nicht ihrer Urinstinkte berauben.
Die Kirche legte ihre Feiertage auf die Zeiten, in denen die Menschen ohnehin feierten.
Die alten Feste haben überlebt, weil wir tief in uns den Herzschlag der Erde immer spüren werden.
Egal wie die Welt sich verändert und die Feste umgedeutet werden, der alte Rhythmus bleibt und führt uns immer wieder zu den heiligen Übergängen der Jahreszeiten.

Die acht Jahres- kreisfeste im Überblick

Samhain (31. Oktober)
Das alte Neujahr der Hexen. Wenn das Licht stirbt und die Dunkelheit herrscht, beginnt die Zeit der Ahnen. Man ehrte die Verstorbenen, bat um Führung und Schutz.
Christentum: Allerheiligen / Allerseelen. Auch hier wird der Toten gedacht, wenn auch in anderer Form.

Yule (21. Dezember)
Die längste Nacht, die Geburt des neuen Lichts. Die Sonne wird wiedergeboren, Hoffnung kehrt zurück.
Christentum: Weihnachten, die Geburt des göttlichen Kindes, Symbol für das wiederkehrende Licht.

Imbolc (1./2. Februar)
Das Licht kehrt zurück. Kerzen und Feuer wurden entzündet, um die Reinigung und die ersten Lebenszeichen zu feiern.
Christentum: Maria Lichtmess, das Fest der Kerzen und der Reinigung.

Ostara (um den 21. März)
Die Tagundnachtgleiche bringt Gleichgewicht und neues Leben. Eier und Hasen galten als Symbole der Fruchtbarkeit.
Christentum: Ostern, auch hier dreht sich alles um Wiedergeburt, Auferstehung und neues Leben.

Beltane (30. April / 1. Mai)
Ein Fest der Liebe, der Fruchtbarkeit und des Feuers. Blumen, Tanz und Leidenschaft feierten die Verschmelzung der Elemente.
Christentum: Walpurgisnacht / Maifeier, stark christianisiert, aber ursprünglich heidnische Wurzeln.

Litha (21. Juni)
Die Sommersonnenwende, die Sonne steht in voller Kraft. Ein Fest des Lichts, des Lebens und der Dankbarkeit.
Christentum: Johannistag (24. Juni), Johannes der Täufer, dessen Fest an die Sommersonnenwende gebunden wurde.

Lughnasadh / Lammas (1. August)
Das erste Erntefest. Man dankte für das, was die Erde hervorgebracht hatte, und ehrte den Kreislauf von Opfer und Gnade.
Christentum: Mariä Himmelfahrt / Erntedank.

Mabon (21. September)
Die zweite Tagundnachtgleiche – Zeit der inneren Einkehr. Dank, Balance und Vorbereitung auf die Dunkelheit.
Christentum: Erntedankfest, ein Nachklang alter Danksagungsrituale.

Der ewige Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt

Die alten Bräuche wurden durch die christlichen Feste nicht völlig abgelöst, sie verwoben sich mit ihnen.
Es geht im Heiden- wie im Christentum um den Kreislauf der Natur und des Lebens. Auch mit christlichem Gewand bleibt der Grundgedanke der gleiche.
Wer heute den Jahreskreis feiert, tritt ein in einen uralten Tanz, in dem Zeit bedeutungslos wird.

Auch du bist Teil des Kreises, erinnere dich daran, wenn du die Natur beobachtest, du bist mit jedem Atemzug mittendrin.

Einladung den Jahreskreis bewusst zu erleben

 

Im Laufe dieses Jahres , (beginnend mit Samhain), werde ich zu jedem anstehenden Jahreskreisfest einen ausführlichen Beitrag schreiben. Ich lade dich ein, mit mir tief in die Magie der Natur, die Weisheit der Ahnen und die geheimnisvollen Rhythmen des Lebens einzutauchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert