Warum du deine Kerzen reinigen solltest
Damit die Energie deiner Kerze ungestört wirken kann, solltest du sie als erstes reinigen. Durch Herstellung, Lagerung und Transport haften ihr oft die Energien von Menschen, die sie berührt haben, sowie Schwingungen aus den Räumen, in denen sie aufbewahrt wurde an. Diese fremden Energien können deine Intentionen abschwächen und die Wirkung deines Rituals verändern.
Da ein Kerzenritual dazu dient, Energien gezielt zu lenken, ist es ungünstig, wenn andere Schwingungen dazwischenfunken. So kann der Energiefluss blockiert werden und dein gewünschtes Ergebnis zeigt sich vielleicht langsamer oder im ungünstigsten Fall gar nicht.
Fremdenergien und ihre Wirkung auf dein Ritual
Stell dir zum Beispiel vor, du möchtest ein Ritual für Liebe und Harmonie durchführen. Deine Kerze lag zuvor in einem Geschäft, wurde dort von einer gestressten Person ins Regal gelegt oder vielleicht von jemandem in die Hand genommen, der einen schlechten Tag hatte und negative Emotionen ausgestrahlt hat. Diese Schwingungen haften im Wachs und können unbewusst in dein Ritual einfließen, wodurch die reine Energie deiner Absicht getrübt wird.
Räucherung – Reinigung durch Rauch und Transformation
Du kannst deine Kerze durch eine Räucherung reinigen, entzünde Räucherwerk deiner Wahl und bewege die Kerze langsam durch den entstehenden Rauch bis du das Gefühl hast, alles wurde gut eingehüllt und ist emporgestiegen. Wenn der Rauch zunächst unruhig, zackig oder dicht aufsteigt, ist das oft ein Zeichen dafür, dass er viel mitnimmt.
Wird er danach sanfter und klarer, ist die Kerze energetisch gereinigt.
Der Rauch gilt in vielen Kulturen als Bote zwischen den Welten, das Alte wird transformiert und Platz für Neues geschaffen.
Geeignetes Räucherwerk sind hier z.B. weißer Salbei, Palo Santo, Beifuß, Weihrauch oder auch Lorbeerblätter (den haben die meisten im Küchenschrank), die Liste lässt sich um einiges verlängern, ich möchte jedoch weiter Möglichkeiten zur Reinigung nicht vernachlässigen
Reinigung mit Salz – Erdung und Befreiung
Du kannst eine Reinigung mit Salz durchführen. In der Magie steht Salz für das Element Erde. So befreist du die Kerze von allen Energien und erdest sie gleichzeitig.
Es gibt hier zwei Möglichkeiten, zum einen kannst du sie in eine Schale mit groben Salz legen, (Himalayasalz oder Meersalz eignen sich da hervorragend), für ein bis zwei Stunden reichen meistens aus, wenn du das Gefühl hast, dass die Kerze stark belastet ist, lässt du sie bis zu 24 Stunden liegen.
Ich lege sie meistens am Vorabend meines Rituals in eine Schale mit Salz, sicher ist sicher.
Du kannst natürlich auch die feuchte Methode wählen, mische etwas Salz mit Wasser (gerne geweiht oder Mondwasser) und wische die Kerze sanft damit ab. Wasser ist ein starkes Medium für energetische Transformation, in Kombination mit Salz entsteht auch hier eine sehr effektive Reinigung.
Achte darauf, dass die Kerze danach gut trocknet, bevor du sie anzündest.
Lichtreinigung mit Sonne und Mond
Es gibt auch Möglichkeiten, mit Mond und Sonnenlicht zu arbeiten, ich persönlich ziehe die zuvor beschriebenen Praktiken vor.
Ölen und Salben – Energieübertragung mit Pflanzenkraft
Sobald du die Kerze gereinigt hast, geht es darum, sie mit deiner eigenen Absicht aufzuladen.
Du kannst deine Kerze ölen oder salben. Öl verwendest du am besten, wenn du unmittelbar danach ein Ritual machen möchtest, salbst du sie kannst du das auch im Voraus machen und sie zu einem späteren Zeitpunkt verwenden.
Öle fokussieren deine Absicht und übertragen deine eigene Energie.
Salbe hält die Energie länger im Wachs, versiegelt deine Absicht und schützt vor Fremdeinflüssen.
Wählst du für dich die Methode zu ölen, kommen folgende Öle in Frage:
Olivenöl, symbolisch steht es für Frieden, Klarheit und göttliche Verbindung, es ist universell einsetzbar, eignet sich jedoch am besten für Schutz- und Segnungsrituale
Sonnenblumenöl steht für Lebensfreude, Vitalität und Erfolg. Hier hast du pure Sonnenergie, sie bringt Licht und Optimismus in jedes Ritual und eignet sich hervorragend für Rituale, die sich um Erfolg, Lebensfreude und Wohlstand drehen.
Für Liebes-, Heil- und Harmonierituale greifst du am besten zu Mandelöl, es symbolisiert Weiblichkeit, Geborgenheit und Heilung.
Verwende Jojobaöl, wenn es um Stabilität, Reinheit oder Ausgleich geht. Es eignet sich sehr gut für feinere oder lang wirkende Ölmischungen, da es nicht ranzig wird.
Traubenkernöl ist prima für Rituale, die mit Erneuerung und Transformation zu tun haben. Es symbolisiert Neubeginn, Wandlung und Loslassen alter Energien.
Die Richtung des Ölens – Energiefluss bewusst lenken
Wenn es um den Vorgang des Ölens der Kerze geht, gibt es unterschiedliche Methoden, die zur Anwendung kommen können.
Die Methode, in zwei Richtungen zu ölen, kannst du wählen, wenn sich etwas harmonisch entwickeln soll, so bringst du sowohl anziehende als auch lösende Energien ins Gleichgewicht.
Folgendermaßen gehst du dabei vor: träufle etwas von deinem ausgewählten Öl auf einen Finger.
Mit welchem Finger du deine Kerze ölen solltest
Wähle den Zeigefinger, wenn du etwas zielgerichtet auf die Kerze übertragen möchtest, das symbolisiert eine Absicht, Fokus und Richtung.
Nutze deinen Mittelfinger, wenn du harmonisierend oder schützend ölen möchtest. Der Fokus ist hier auf Balance, Stabilität und Erdung gerichtet.
Perfekt für Liebe, Beziehung oder emotionale Bereiche eignet sich der Ringfinger.
Dein Daumen steht für Manifestation, Kraft und Willen. Mit ihm ziehst du etwas stark an.
Geht es um subtile Energien, Kommunikation, Intuition, hast du spirituelle Absichten, möchtest du Botschaften über Träume empfangen oder brauchst Inspiration, dann wähle deinen kleinen Finger.
Häufig wird der Zeigefinger oder der Ringfinger verwendet, sie verbinden den Fokus mit Herzenergie.
Es gibt auch Praktizierende, die alle Finger leicht mit Öl einstreichen, um den gesamten Energiefluss zu aktivieren.
Sehr wichtig ist vor allem, dass du beim Ölen deine Absicht visualisierst unabhängig davon welchen Finger du benutzt. Die Energie fließt vor allem durch deine Intention, nicht nur durch den Finger.
Jetzt streichst du das Öl zuerst von der Mitte nach oben in Richtung Docht. Das symbolisiert das Loslassen, das Öffnen , das Aufsteigen deiner Intention zum Universum. Dann streichst du von der Mitte nach unten zur Basis der Kerze. Das steht für das Verankern, das Anziehen und das Einladen der Energien in dein Leben.
So schaffst du einen geschlossenen Energiekreislauf, deine Absicht wird nach oben gesendet und nach unten verankert.
Es ist auch möglich, die Kerze nur in eine Richtung zu ölen, für Anziehungs-, Aufbau- und Wachstumsrituale kannst du vom Docht zur Basis ölen. Damit ziehst du die Energie zu dir hin.
Für Loslass-, Schutz- und Reinigungsrituale von unten nach oben, so sendest du die Energie von dir weg.
Wähle die Art für dich aus, die sich am besten anfühlt. Ich persönlich öle in den allermeisten Fällen in beide Richtungen, da ich der Meinung bin, dass ein Gleichgewicht herrschen soll zwischen Geben und Nehmen.
Kerzen salben – sanfte Magie mit Bienenwachs und Pflanzenfetten
Soll die Kerze gesalbt werden, dann kannst du zu Bienenwachs, Sheabutter, Kakaobutter oder Kokosöl greifen. Das Bienenwachs wird dabei oft mit Öl vermischt, damit es streichfähig wird.
Die Pflanzenfette wirken energetisch sanft und harmonisierend.
Der Vorgang beim Salben der Kerze ist derselbe wie beim Ölen.
Kräuter, Blüten und Harze als Energieverstärker
Die Kerze lässt sich mit Kräutern, Blüten oder Harzen verbinden, das wirkt wie ein Energieverstärker.
Je nachdem welches Ziel du verfolgst, bieten sich folgende Gewürze oder Kräuter an.
Getrocknete Rosenblätter oder Lavendel für Liebesrituale, Lorbeerblätter, Salbei oder Rosmarin für Schutz.
Für Erfolg: Kamille oder Basilikum. Für Klärung und Reinigung: Beifuß oder Eukalyptus.
Das sind jetzt wenige Beispiele, mit der Zeit wirst du weitere Zutaten entdecken, die sich genauso gut eignen.
Streue die Zutaten vorsichtig über die geölte / gesalbte Kerze oder drücke sie leicht in den Wachs, bleibe dabei fokussiert auf dein Ziel.
Du kannst auch reine ätherische Öle mit deinem Basisöl vermischen: Rosenöl, Orangenöl, Eukalyptus usw. Wenn du diese Methode wählst, gehe sparsam vor, drei bis vier Tropfen reichen aus.
Ätherische Öle, Symbole und Runen
Wenn du deiner Kerze noch mehr Kraft verleihen möchtest, kannst du Symbole oder Runen ins Wachs ritzen, etwa ein Herz für Liebe, eine Spirale für Wachstum oder ein Pentagramm für Schutz.
Das sind ein paar Anregungen, es gibt viele weitere Möglichkeiten, Namen oder Runen sind ebenfalls kraftvoll.
Die Weihe deiner Kerze – Verbindung von Herz und Licht
Danach folgt ein besonders schöner Moment, du weihst deine Kerze. Dabei erklärst du sie bewusst zu einem magischen Werkzeug.
Halte sie in beiden Händen , spüre ihre Energie und sprich deine Intention laut oder in Gedanken aus. Du kannst z.B. dabei visualisieren, wie helles Licht sie durchströmt und auflädt.
Es genügt ein kurzer Segensspruch, es ist vor allem wichtig, dass du ihn mit Herz sprichst.
Abschluss – deine Magie in Flammen
Jetzt ist deine Kerze bereit, entzündet zu werden. Stelle sie an einen ruhigen und sicheren Ort, an dem du dich wohl fühlst.
Wenn du sie anzündest, tue es mit klarem Bewusstsein für das , was du in Bewegung setzt .
So individuell wie jeder Mensch ist, jede Kerze und jedes Ritual sind es auch. Die von mir beschriebenen Schritte sind eine kraftvolle Grundlage, doch es gibt unzählige weitere Möglichkeiten eine Kerze zu präparieren.
Wichtig ist, dass du dich beim Gestalten von deiner Intuition leiten lässt. Magie lebt von Gefühl, Achtsamkeit und Kreativität.
Gehe mit Freude und offenem Herzen ans Werk, du wirst spüren, welche Methode für dich stimmig ist.
Jede Kerze die du mit Herzblut vorbereitest trägt ein Stück deiner Seele in sich und wird zu einem individuellen Ausdruck deiner inneren Kraft.
Vertraue darauf, dass deine Hände wissen, was zu tun ist.

