Speisen im Jahreskreis

Die acht Feste im Jahreskreis sind reich an Symbolik, Ritualen und Bräuchen, und auch das Essen spielt dabei eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag stelle ich euch die Speisen im Jahreskreis vor, die für mich die einzelnen Feste begleiten, damit sie euch als Inspiration dienen. Natürlich gibt es noch viele weitere Leckereien, die genauso gut passen, die ihr ebenfalls ausprobieren könnt.

Speisen im Jahreskreis – von Samhain bis Mabon

Samhain

Zu Samhain   gehören Äpfel, die für Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit stehen und sich besonders schön in Apfelkuchen verwandeln lassen.

Jeder Bissen wird so zu einem kleinen Ritual, das die Ahnen ehrt.

Barmbrack (irisches Früchtebrot mit Glückszetteln oder Münzen) und Seelenkuchen (kleine Kuchen für die Ahnen) symbolisieren Fülle, Schutz und Verbindung zu den Verstorbenen.

Nüsse, Gewürze wie Zimt, Nelke und Muskat sowie Trockenfrüchte bringen Wärme, Energie und Glück auf den Tisch.

Jule

Zu Jule gehörte traditionell Fleisch. Die Kelten aßen Schwein oder Wild, frisch geschlachtet. Das Fleisch symbolisierte Fülle, Stärke und Schutz in der dunkelsten Zeit des Jahres.
Brote, Nüsse und Trockenfrüchte gehörten ebenfalls dazu. Roggen- oder Gerstenbrot diente als Grundnahrung, Nüsse und Trockenfrüchte wurden auch in Kuchen verarbeitet.
Ein besonderes Highlight ist der Jule-Log-Kuchen, gebacken in Baumstammform. Er erinnert an den Brauch, einen echten Baumstamm zur Wintersonnenwende zu verbrennen.
Wintergemüse wie Kohl, Rüben oder Karotten passt gut – nährend und erdend. Getränke wie Met symbolisieren Reichtum, Fülle und Glück.

Imbolc

Zu Imbolc sind die Speisen einfach, leicht und nährend. Sie bestehen aus Vorräten aus dem langen Winter: Hafer, Wurzelgemüse, Milch, getrocknetes Obst und konservierte Kräuter. Besonders wichtig ist die erste Milch des Jahres, Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben.
Hafer kann zu Fladen, Keksen, Porridge oder Overnight Oats verarbeitet werden. Milch fließt in Suppen, Brei oder Milchreis. Ein wenig Honig oder Trockenobst bringt Süße. Eine leichte Gemüsesuppe aus Lagergemüse wirkt mild, frisch und wärmend.
Getränke wie warme Milch oder Kräutertees aus Kamille, Fenchel oder Brennnessel wirken nährend und reinigend.

Ostara

Zu Ostara wird das Essen grüner, bunter und knackiger. Die Natur bringt wieder Nahrung hervor: Wildkräuter, erstes Gemüse und frische Eier , damals etwas Besonderes, heute das ganze Jahr verfügbar.
Passend sind Gerichte mit frischen Kräutern, jungem Blattgemüse, einfachen Getreidegerichten und leichten Milchprodukten. Brote und Fladen mit Samen wie Sonnenblumen, Kürbis, Leinsamen oder Mohn stehen für Fruchtbarkeit, Wachstum und Neubeginn.
Eier spielen eine zentrale Rolle, in Eiersalat oder Omeletts. Wer es historisch mag, kann Neun-Kräuter-Suppe servieren, ein Ritualgericht mit den ersten Wildkräutern des Jahres.
Getränke: Kräutertees (Brennnessel, Löwenzahn, Kamille, Fenchel), Wasser mit Zitrone oder milde Milchgetränke.

Beltane

Beltane steht für Fruchtbarkeit, Lebenskraft und erwachende Energie. Waldmeister gehört traditionell dazu. Er wächst im späten Frühling, duftet und wurde von den Kelten für Lebenskraft, Gemeinschaft und Fruchtbarkeit genutzt.
Frische Frühlingsgerichte lassen sich damit zubereiten: Waldmeisterbowle, Sirup für Limonade, Pudding, Eis oder Quarkcremes.
Rötliche Speisen passen besonders gut: Apfelgerichte, Beeren, Rote Bete oder Brot mit Samen. Sie symbolisieren Feuer, Blut, Vitalität und Wachstum.
Historisch wurde zu Beltane auch ein Hafer- oder Gerstenbrei mit Kräutern, Honig und Nüssen gegessen, nahrhaft, einfach und voller Symbolik.

Litha 

Zu Litha steht das Essen für Fülle, Sonne und Lebensenergie. Die Natur liefert frisches Obst, Beeren, junges Gemüse, Kräuter, Nüsse, Samen, Getreide, Milchprodukte und Eier.
Typisch sind bunte Salate, sommerliche Getreidegerichte, leichte Suppen sowie Fladen- oder Samenbrote.
Ein besonders passendes Gericht ist der Sommersalat mit jungem Blattgemüse, Gemüse, Kräutern, Samen, Nüssen und Beeren. Dazu ein leichtes Dressing aus Olivenöl, Zitronensaft oder Honig.
Erdbeeren mit Schlagsahne passen ebenfalls hervorragend. Sie werden traditionell in Skandinavien zu Mittsommer gegessen.
Getränke: Kräutertees, frische Säfte, Wasser mit Früchten, milde Bier- oder Metvarianten.

Lammas / Lughnasadh

Lammas ist das erste Erntefest. „Lammas“ bedeutet Brotlaib-Fest, weil das erste Getreide zu Brot verarbeitet wurde. „Lughnasadh“ kommt aus dem Keltischen und heißt Fest des Lugh, des Sonnengottes und Schutzpatrons der Ernte.
Traditionell wurde Lamm gegessen, viele Tiere waren jetzt schlachtreif. Das Fleisch sicherte Nahrung für die Gemeinschaft und symbolisierte Dank, Opfer und Erneuerung.
Speisen: frisches Brot, besonders Kräuterbrot, Getreidebreie, Eintöpfe, Obst, Beeren, Nüsse, Honig. Leichte Sommergerichte: Ofengemüse, Getreidesalate, Hülsenfrüchte mit Kräutern, Lauch- oder Zucchinisuppen. Lammbraten oder Lamm-Eintopf ist ein klassisches Gericht.
Getränke: Kräutertees, frische Säfte, milder Met.

Mabon

Mabon ist das zweite Erntefest und feiert Dankbarkeit, Reife und die volle Fülle der Natur. Während Lammas die erste Ernte markiert, ist jetzt Obst, Gemüse, Wurzeln, Nüsse und Getreide vollständig geerntet.
Traditionell: Brote, Breie, Eintöpfe, gebackenes Wurzelgemüse, Äpfel, Birnen, Nüsse, Hülsenfrüchte. Besonders beliebt: herbstliche Eintöpfe, frisches Brot oder Kräuterbrot, Apfel- oder Nusskuchen. Fleisch, besonders Schwein oder Lamm, gehörte regional dazu.
Heute passen herbstliche Salate, Ofengemüse, Nuss- und Früchtekuchen. Getränke: Kräutertees, Apfelsaft, Cidre, Met oder dunkles Bier. Sie spiegeln Fülle, Dankbarkeit und die Vorbereitung auf den Winter wider.

Ich hoffe, dieser Überblick über die Speisen im Jahreskreis inspiriert euch, die Feste kulinarisch zu feiern und eigene Traditionen zu entwickeln.

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