Samhain

Samhain-Übergang in die Dunkelheit

Die Tage werden kürzer, über den Feldern liegt Nebel, die Temperaturen sinken, die Welt ist in einen geheimnisvollen Schatten gehüllt, jetzt naht Samhain.
Es ist eines der ältesten und kraftvollsten Feste im Jahreskreis.
Die Verbindung zu Ahnen,

Natur und dem eigenen Inneren
Für viele spirituelle Menschen, Heiden und Hexen ist Samhain nicht nur ein Datum im Kalender.
Es ist eine Zeit, in der die Schleier zwischen den Welten dünn werden. Wir haben die Möglichkeit, uns mit unseren Ahnen, der Natur und uns selbst zu verbinden.

Samhain und Halloween-Traditionen im Wandel

Die meisten Menschen kennen Samhain heute in seiner modernen Form, Halloween.
Kürbisse, Masken und Gruselgestalten sind bunte Erben der alten ursprünglichen Bräuche.
Halloween, wie es heute allgemein gefeiert wird, enthält noch Elemente des keltischen Samhain.
Ursprünglich trugen die Kelten Masken, um sich vor Geistern zu schützen, heute verkleiden sich die Menschen aus Spaß, die Idee dahinter, sich zu tarnen oder Geister zu vertreiben, steckt noch drin.

Kulinarische Bräuche

Die Speisen, die damals von den Kelten für ihre Toten bereitgestellt wurden, finden sich wahrscheinlich in dem Brauch, dass Kinder Süßigkeiten bekommen .

Licht und Schutz-Lagerfeuer und Kürbisse

Aus den Lagerfeuern, welche die Kelten errichteten, um sich vor Geistern zu schützen, wurden Kürbislaternen.
Die damaligen Kürbislaternen waren nicht so freundlich wie die modernen Kürbisse.
Damals schnitzte man grobe verzerrte Gesichter, oft mit wütenden Augen, verzerrtem Mund und spitzen Zähnen. Die Geister sollten wirklich abgeschreckt werden und nicht amüsiert.
Die Kerze im Inneren der Kürbisse symbolisierte die glühende Kohle von Jack.

Die Legende von Stingy Jack

Es gibt eine Legende, die hinter dem Halloween Kürbis steckt. Die berühmte Geschichte von Stingy Jack ( geiziger Jack ). Sie erklärt, warum man ursprünglich Laternen aus Rüben schnitzte.

Jack war ein sehr listiger und geiziger Mann. Er trickste sogar den Teufel aus.
Eines Tages lud er den Teufel zum Trinken ein. Jedoch zahlte Jack nicht, er überlistete den Teufel. Er überzeugte, diesen auf einen Apfelbaum zu klettern und schnitzte so dann ein Kreuz in die Rinde des Baumes, sodass der Teufel nicht mehr herunterkam.
Als Jack starb, war er so voller Sünde, dass er weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Der Teufel wollte Rache für seine Streiche. Er schickte Jack mit glühender Kohle zurück zur Erde, dieser legte die Kohle in eine ausgehöhlte Rübe, um Licht zu haben.
Ab da wanderte Jack als Wandering Jack durch die Dunkelheit.

Diese Geschichte verbreitete sich in Irland und Schottland.
Es wurde Brauch, Rüben auszuhöhlen und Gesichter hinein zu schnitzen, um böse Geister fernzuhalten.
Als die Legende nach Amerika überliefert wurde, fanden die Einwanderer schnell heraus, dass es viel leichter war Kürbisse zu schnitzen. So wurde der Kürbis zum Symbol für Halloween-Laternen oder Jack-o‘-lanterns.

Symbolik des Lichts

Gemeinsam bleibt allen Traditionen das Symbol des Lichts, ob mit Grabkerzen, Kürbislaternen oder dem Herdfeuer, wird Hoffnung, Schutz und die Verbindung zwischen den Welten zum Ausdruck gebracht.
Wer tiefer eintaucht, spürt den ursprünglichen Zauber des Festes.
Samhain lädt uns ein, nach innen zu schauen, still zu werden und uns mit der Dunkelheit der Jahreszeit zu versöhnen.
Denn nur wer auch die Dunkelheit annehmen kann, ist in der Lage, das wiederkehrende Licht neu zu begrüßen.

Samhai-Ursprung und Datum

Ursprünglich hat Samhain seine Wurzeln im alten Irland.
Man glaubte, dass in Samhain die Tore zur Anderswelt weit offenstehen und es somit leichter für unsere Ahnen und Geister ist, in unsere Welt zu treten.

Diese Vorstellung lebt heute noch fort, wir stellen Kerzen ins Fenster, schmücken Altäre für unsere Verstorbenen und fühlen, dass die Luft in dieser Nacht anders ist, dichter , geheimnisvoller und magischer.
Traditionell fällt Samhain auf die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November.
Bei den Kelten lag genau zu diesem Zeitpunkt der Übergang zwischen dem alten und dem neuen Jahr.

Es gibt Traditionen, die sich zusätzlich nach dem exakten astrologischen Zeitpunkt richten.
Dieser ist, wenn die Sonne 15° im Tierkreiszeichen Skorpion erreicht, das kann ein bis zwei Tage variieren . Dadurch verschiebt sich der magische Moment manchmal etwas, es bleibt aber immer von Ende Oktober bis Anfang November.

Samhain und das Christentum

Aus Samhain wurde im Christentum „All Hallows‘ Eve“, was wörtlich übersetzt bedeutet „ der Abend vor Allerheiligen“ . Im Mittelenglischen wurde es mit der Zeit nach und nach verkürzt, bis daraus Halloween wurde.
Christen feiern Samhain nicht. Allerdings gibt es christliche Feier Formen, die zeitlich und inhaltlich mit Samhain verbunden sind, vor allem rund um Allerheiligen am 1. und Allerseelen am 2. November. Die katholische Kirche gedenkt zu Allerheiligen ihrer Toten und an Allerseelen den Seelen im Fegefeuer. Ein vergleichbares Fest gibt es im protestantischen Glauben so nicht.

Samhain feiern-Rituale und Dekoration

Wenn du Samhain feiern möchtest und Hexe bist, oder einem anderen spirituellen Pfad folgst, habe ich hier ein paar Anregungen für dich zusammengefasst. Vielleicht möchtest du deinen Altar schmücken oder dir einen Platz in deinem Haus dekorieren.

Altar und Kerzen

Kerzen sind immer schön und besonders stimmungsvoll, eventuell eine weiße Kerze für Reinheit und Ahnen Verbindung, eine schwarze für Loslassen und Schutz, eine rote für Energie, Liebe und Lebensfreude.

Natur-

materialien

und Dekoration

Du kannst kleine Gegenstände und Fotos von verstorbenen Familienmitgliedern oder Freunden auf den Altar stellen. Als Unterlage eine Tischdecke oder Tuch, in warmen Farben, wie ein warmes Rot oder Violett, auch schwarz ist möglich.
Naturmaterialien als Deko, z.B. Tannenzapfen, getrocknete Blätter, Kürbisse, Äpfel und kleine Zweige.
Kristalle (optional), möglich wären schwarzer Turmalin für Schutz, Bergkristall für Klarheit und Amethyst für Spiritualität.

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen hübsch dekorierten Teller mit Lieblingsspeisen, verstorbener Angehöriger, oder saisonalen Speisen, wie Kürbis, Äpfel, Brot, Kuchen oder Nüsse, aufzustellen. Getränke wie Wasser, Milch , Wein oder Apfelsaft passen ebenso gut.
Nach dem Fest kann man die Speisen für Tiere auf dem Balkon oder im Garten aufstellen. Dies gilt als Rückgabe an die Erde oder die Naturgeister. Du kannst die Speisen auch in der Erde vergraben.

Speisen und Gaben

Natürlich ist es auch möglich, die Speisen selber zu verzehren, oft in dem Bewusstsein, dass dies die symbolische Verbindung mit den Ahnen ist.
Genauso gut kann auch ein kleiner Teil in den Garten, auf den Balkon gestellt oder in der Erde vergraben werden und der Rest wird von den Lebenden gegessen. Mache immer, was sich richtig für dich selbst anfühlt.
Für mich ist Samhain eine Zeit, die Raum für Reflexion und innerer Einkehr schafft. In dieser alten Tradition finde ich eine Tiefe, die mich berührt und mich darin unterstützt, mich selbst zu spüren.

Ich spüre die alten Bräuche, die Ahnen, das Feuer und die Stille der langen Nächte.

Ich feiere gerne mit anderen Hexen, wenn das Feuer brennt, spüre ich das Licht auf meiner Haut, höre das Knistern der Flammen und lasse mich fallen, hinein in die alten Rhythmen, die seit Jahrhunderten durch diese Jahreszeit getragen werden.
Ich öffne mein Herz für das, was war, für das, was geht und für das, was kommt.
In dieser Nacht ist kein Platz für Eile. Ich erinnere mich an die Ahnen, an die Geschichten, die wir tragen, an die Kräfte, die uns leiten.

Dann bin ich Teil eines uralten Kreises, der niemals endet und in diesem Moment darf ich loslassen, was schwer ist und das Licht in mir nähren.
Samhain ist wie ein Tor für mich, ein Übergang in die Dunkelheit, ich erinnere mich, dass Fallenlassen kein Verlust, sondern ein Ankommen bei mir, bei den Ahnen, und der Natur ist.
Für Hexen ist Samhain sozusagen Silvester, das Hexenjahr beginnt am 1. November.

Traumarbeit und und innere

Reflexion

Als Anregung für dich, Samhain eignet sich besonders dazu, deine Träume des Nachts, und auch intuitive Gedanken, die du in dieser Zeit hast, genauer zu betrachten. Da die Durchlässigkeit zwischen den Welten besonders hoch ist, wird es dir helfen, innere Konflikte, Wünsche oder ungelöste Themen sichtbar zu machen.

Stelle dir ein Notizbuch ans Bett, schreibe am Morgen direkt nach dem Aufwachen alle Träume auf, auch Bruchstücke oder Gefühle, die du hast.
Achte auf Symbole, die dir begegnen und Themen, welche dich wiederkehrend begleiten. Sie können dir Hinweise geben, was du loslassen oder nähren solltest.

Du kannst Traumbilder oder intuitive Eindrücke in kleine Symbole wie z.B. ein Blatt, eine Kerze, einen Stein verwandeln und sie auf deinen Samhain Altar legen. So werden deine inneren Erkenntnisse sicht- und greifbar.
Notiere dir, was du loslassen willst, formuliere Absichten für den kommenden Zyklus.
Vielleicht liest du hier mit und spürst eine Sehnsucht, ohne selbst schon auf diesem Weg zu sein.

Kleine Rituale für jeden Tag

Sei dir sicher, es braucht keine großen Rituale oder tiefgreifendes Wissen, um Samhain zu fühlen.
Ein bewusstes Atmen, ein stilles Licht in der Dunkelheit, Erinnerungen an die Menschen, die dir wichtig waren, das reicht, um dich mit der besonderen Energie dieser Zeit zu verbinden.
Du darfst klein anfangen, gehe deinen Weg in deinem Tempo, auch wenn die Schritte vielleicht klein sind.
Du darfst darauf vertrauen, dass die Magie dich findet, wenn dein Herz bereit ist.

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